Chancen in der Pandemie

Zwischen Kurzarbeit, dem Stellen von Anträgen auf Corona-Soforthilfe und der Grundsicherung: Vielen Unternehmen geht es in Zeiten von Corona finanziell schlechter als normalerweise. Die Corona-Krise sorgt aber nicht nur für negative Effekte, sie ermöglicht auch Neuerungen. Dies zeigt das mittelständige Unternehmen WKT-Letsch Produktions- und Handels GmbH mit Sitz in Hanau sehr eindrucksvoll. Eine innerbetriebliche Neuaufstellung sorgt dort für mehr Effizienz in der Produktion – bei zugleich größerer Mitarbeiterzufriedenheit.

Seit fast vier Jahrzehnten konzentriert sich das Unternehmen auf die Be- und Weiterverarbeitung von hochwertigen Dämmstoffen. Verwendung finden die energiesparenden Produkte nicht nur in Heizgeräten zur Warmwassererzeugung oder Heißluftöfen für Großküchen und Supermärkte, sondern auch im Lärmschutz technischer Anlagen und Geräte wie Wärmepumpe sowie in der Raumakustik. Die Dämmstoffe aus Polyestervlies, Schaumstoffen und Mineralwolle des mehrfach zertifizierten Unternehmens werden vor allem in Deutschland und im benachbarten Ausland genutzt.

Die circa 70 Mitarbeiter des Unternehmens begleiten ihre Kunden, angefangen bei der Beratung, während der Konstruktion, bis hin zur Lieferung der Halbzeuge. Sie sind Spezialisten rund um die Themen Brand-, Wärme-, und Schallschutz – und liefern Prototypen ebenso wie Klein- oder Großserien. Die derzeit bis zu 1,5 Millionen unterschiedlichen Zuschnitte der etwa 18.000 Produkte werden in sehr vielen Industrie-Branchen verwendet.

Um das Corona-Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, passte der Hersteller seine innerbetrieblichen Prozesse der neuen Lage an: Die im Zweischicht-System beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilen ihre Arbeitszeiten nun weitgehend selbstständig ein. Die Teams in Produktion und Lager koordinieren sich selbst untereinander, ohne sich einander nahekommen zu müssen. Die erfolgt auch mithilfe individuell gewählter Arbeitszeiten, die mithilfe moderner Kommunikationsmethoden gesteuert werden. Konkret: Die Kollegen sprechen sich unter anderem über WhatsApp ab, dass bisher alle Aufträge pünktlich abgeschlossen werden konnten.

Letzteres ist wichtig für die nachfragenden Kunden, die ohne die pünktlichen Lieferungen ihre eigene Produktion hätten einschränken müssen. Die auseinandergespreizte, verringerte Personaldichte im Werk, einige Mitarbeiter sind zusätzlich im Homeoffice, erleichtert nebenbei auch die Einhaltung der Abstandsregeln. Für Prokurist Oliver Hupke sind die Mitarbeiter „das Herz des Unternehmens. Sie entwickeln es von innen und vertreten es nach außen. Im Team zählt jeder einzelne Mitarbeiter, denn jeder ist ein Teil des Ganzen“. Bei einem Rundgang durch das Unternehmen verdeutlichte Hupke der IHK-Redaktion, wie ein wertschätzender Umgang mit den Mitarbeitern funktioniert und welche erstaunlichen Leistungen ein positives Arbeitsklima hervorbringen kann.
16. Juli 2020